True Dates Datteln im Test: Fruchtige Snacks ohne Zuckerzusatz
Datteln mit Twist: True Dates im Naschhaus-Test
Zwischen Salzlakritz, Marabou und buntem Lösgodis liegen im Naschhaus gerade plötzlich Datteln mit Cola-, Pfirsich- oder Lakritzgeschmack. Klingt erstmal nach TikTok-Snack. Schmeckt aber deutlich weniger künstlich, als man erwarten würde. Blindverkostung am Tresen, sechs Sorten, null Vorwissen.
Was sind True Dates überhaupt?
True Dates kommen aus Dänemark, genauer: von den Leuten, die auch True Gum auf den Markt gebracht haben. Die wollten damals Kaugummi ohne Plastik – jetzt gibt's Datteln, die nach allem Möglichen schmecken, nur nicht nach klassischer Trockenfrucht. Pfirsich, saurer Apfel, Lakritz, Wassermelone, Erdnussbutter, Cookie Dough – die Palette wächst. In Schweden laufen solche Varianten längst unter „absolut normal". Bei uns kennen die meisten Datteln nur als Zutat für Energieriegel oder als Stopfwerk für Weihnachten.
Zeit für ein Update.
Blindverkostung: Sechs Sorten, kein Spickzettel
Im Laden habe ich die sechs True Dates Sorten ausprobiert, ohne zu wissen, welche ich in der Hand halte. Augen zu, probieren, raten. Schon beim Öffnen fällt auf – die Gerüche sind irre spezifisch. Eine Kollegin neben mir verzieht das Gesicht, als sie an der Sour Apple Tüte schnuppert: „Das riecht wie diese sauren Apfelringe, die immer als erstes aus der Tüte gefischt werden."
Szene am Lakritz-Regal
Immer wieder stehen Leute vor dem Lakritz-Regal und diskutieren, welche Sorte jetzt wirklich salzig genug ist. Bei den True Dates mit Salzlakritzgeschmack gibt's diese Diskussion nicht lange: Wer auf echten Lakritz-Kick steht, wird hier fündig. Und das, obwohl die Basis eigentlich eine Frucht ist.
Die Sorten im Schnellcheck
Erste Sorte – sofort dieser Cola-Kick. Erinnert an Haribo Cola-Fläschchen, aber eben nicht so penetrant süß. Die Basis bleibt eine weiche Dattel, der Rest erinnert eher ans Süßigkeitenregal als an Trockenobst. Überraschend rund. 8 von 10.
Zweite Sorte. Bäm, sauer. Die Säure schießt kurz durch, dann wird's wieder weich und süß. Ich tippe auf Waldmeister, aber nach dem Blick auf die Verpackung war's tatsächlich True Dates Sour Apple – Datteln mit saurem Apfelgeschmack. 8,5 von 10. Funktioniert besser, als ich erwartet hätte.
Nummer drei riecht nach Cookie Dough. Wie das Eis aus dem Supermarkt, nur als Dattel. Erst Keks, dann Frucht. Auch hier: 8,5.

Vierte Runde: Wassermelone. Da gibt's keine Diskussion. Das ist sofort Wassermelone. Sauer und ein bisschen künstlich, aber im besten Sinne – wie früher die Melonen-Kaugummis vom Kiosk an der Warschauer Straße. Mein persönlicher Favorit, 9 von 10.
Fünfte Sorte – Pfirsich. Die True Dates Sweet Peach – Entsteinte Datteln mit Pfirsichgeschmack sind weich, leicht säuerlich, aber für mich weniger aufregend als der Rest. Trotzdem solide, 7 von 10.
Letzte Sorte: Erdnussbutter. Der Geruch ist so eindeutig, dass es fast schon zu einfach ist. Ich mache sonst ab und zu Erdnussbutter auf Datteln, aber hier steckt alles direkt drin. Wie Snickers, nur eben ohne Schokolade und mit mehr Frucht. 8,5.
Vier von sechs Sorten richtig erraten. Nicht schlecht für's erste Mal.
Wer braucht True Dates – und wofür eigentlich?
Die meisten, die ins Naschhaus kommen, suchen nicht nach Fitness-Riegeln oder „Clean-Eating"-Produkten. Hier geht's um echten Geschmack und manchmal auch um Nostalgie. True Dates sind für alle, die zwar keinen Zuckerschock wollen, aber auch nicht bei jedem Snack das Gefühl haben wollen, an einer Karotte zu nagen. Die landen eher neben Chips und Schokolade als neben Studentenfutter. Im Alltag zählt aber: Die Dinger sind einfach praktisch. Packung auf, ein, zwei Datteln raus, fertig. Im Büro, auf dem Weg zur U-Bahn oder beim Serienabend.
Besonders schwedisch? Oder einfach nur praktisch?
In Schweden wirken solche Snacks längst nicht mehr wie Spezialprodukte aus der Fitness-Ecke. Die stehen einfach zwischen Chips, Lakritz und Schokolade. Bei der nächsten Fika – der klassischen Nachmittagskaffeepause – liegen True Dates inzwischen oft neben Zimtschnecken und Schokobollar. Und wer mal gesehen hat, wie Kinder in Stockholm am Samstag im Lösgodis-Laden stehen und sich ihre Tüten zusammenstellen, versteht, warum Süßes dort so vielfältig ist. True Dates passen da rein, ohne aufdringlich als „gesund" zu wirken.
Am Samstag um 18:30 stehen im Laden zwei Leute vor dem True Dates Regal, diskutieren über die lakritzige Variante und nehmen am Ende doch „Sweet Peach", weil die Tüte schöner aussieht. Funktioniert also, auch wenn der Lakritz-Geschmack polarisiert.
Welche Sorte für wen?
Wenn du auf richtig saure Sachen stehst, nimm Sour Apple oder Sour Watermelon. Peach ist für alle, die es fruchtig, aber mild mögen. Und für die Lakritz-Fraktion gibt's True Dates Salty Liquorice – Datteln mit Salzlakritzgeschmack. Selbst Leute im Laden, die sonst direkt zur Schokolade greifen, waren überrascht, wie nah manche Sorten an klassischen Süßigkeiten liegen.
Kurz und knapp

True Dates sind kein Ersatz für klassische Schokolade, aber eine echte Abwechslung im Snack-Alltag. Wer mal wieder was Neues sucht, findet sie im Naschhaus – online oder direkt am Boxhagener Platz. Vielleicht gibt's bald schon die nächste Sorte zum Testen.


