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Pippi Langstrumpf, Herr Nilsson & schwedische Süßigkeiten in Berlin

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Kindheitserinnerungen, Goldstücke und bunte Tüten: Pippi Langstrumpf im Naschhaus

Pippi Langstrumpf gehörte für viele einfach dazu. Die Villa Kunterbunt, ein Pferd auf der Veranda, Herr Nilsson auf der Schulter und diese grenzenlose Freiheit, sich die Welt zu machen, wie sie einem gefällt. Als Kind habe ich Pippi im Fernsehen gesehen und mir insgeheim so einen kleinen Affen gewünscht. Das ging wohl nicht nur mir so.

Dass ich Jahre später einmal zwischen meterlangen Süßigkeitenregalen stehen und einen Laden voller schwedischer Klassiker eröffnen würde, hätte ich damals nicht mal für möglich gehalten.

Pippis legendärer Besuch im Süßwarenladen

Wer die Geschichten kennt, erinnert sich vielleicht: Pippi mit einem Beutel voller Goldstücke betritt den Süßwarenladen und kauft nicht einfach ein paar Bonbons. Sie bestellt 18 Kilo Karamellbonbons. Und teilt sie mit allen Kindern, die gerade in der Nähe sind. Niemand geht leer aus. Die Szene ist so übertrieben, dass sie hängen bleibt. Ein Laden voller Leckereien, große Augen, freie Wahl. Wer heute in Schweden vor einem großen Lösgodis-Regal steht, bekommt sofort eine Ahnung davon, warum mir diese Szene so vertraut vorkommt.

Im Naschhaus begegnet mir das fast täglich. Kinder stehen mit ihren Tüten am Regal und überlegen, was noch reinpasst. Erwachsene füllen sich nach Jahren mal wieder eine eigene Mischung zusammen.

Ein Stück Villa Kunterbunt mitten in Berlin

Als das Naschhaus in Berlin-Friedrichshain eröffnet hat, war Pippi irgendwie von Anfang an dabei. Beim Kinderschminken kamen immer wieder die typischen Pippi-Zöpfe, rote Wangen, Sommersprossen. Und natürlich das breite Grinsen. Bis heute steht bei uns im Laden eine alte Pippi Langstrumpf Figur. Nicht riesig, aber sofort zu erkennen.

Kinder entdecken sie als Erste. Erwachsene bleiben kurz stehen, lächeln und sind wieder acht Jahre alt. Es ist fast ein kleines Ritual geworden: Fragen nach dem Preis, ein kurzer Seufzer, wenn es heißt, unsere Pippi bleibt im Laden. Sie ist unverkäuflich. Wie alt sie ist, kann ich heute gar nicht mehr sagen, aber neu war sie schon damals nicht und inzwischen gehört sie für mich genauso zum Laden wie die Süßigkeitenregale.

Und plötzlich habe ich selbst einen Süßigkeitenladen

Manchmal stehe ich im Laden, schaue auf die alten schwedischen Bonbongläser und frage mich, wie das eigentlich passiert ist. Als Kind hätte ich alles dafür gegeben, einmal in der Villa Kunterbunt zu wohnen. Jetzt sortiere ich Lakritz, fülle Schaumzucker nach und berate Eltern, deren Kinder das erste Mal Lösgodis probieren.

Der Laden wird bald zehn Jahre alt. Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass ich einmal einen eigenen Süßigkeitenladen in Berlin eröffne und eine Pippi-Figur mich durch den Alltag begleitet, hätte ich das wohl nicht geglaubt.

Schweden, Süßigkeiten und die Sache mit dem Lösgodis

Schweden und Süßigkeiten gehören zusammen. Besonders das Lösgodis-Prinzip: Kein Griff zur fertigen Mischung, sondern ein riesiges Regal mit Auswahl. Jeder kann sich aus hunderten Sorten seine eigene Tüte zusammenstellen. Ein bisschen Fruchtgummi, ein paar saure Streifen, Lakritz in allen Stärken und hier und da ein Schaumzuckerfrosch. Am Ende ist die Tüte meist voller als geplant.

Das war die Idee, als wir das Naschhaus eröffnet haben. Nicht einfach ein kleines Sortiment, sondern eine volle Breitseite schwedischer Süßigkeiten, von Marabou Schokolade bis Djungelvrål. Heute gibt es bei uns über 150 verschiedene Sorten Loseware. Jeder kann sich austoben, so wie damals Pippi im Süßwarenladen. Nicht immer 18 Kilo, aber es kommt vor, dass eine Tüte ordentlich Gewicht bringt.

Mehr zur Geschichte und zum Sortiment gibt es auch auf unserer Seite über das Naschhaus in Berlin-Friedrichshain.

Was würde Pippi heute wählen?

Manchmal stelle ich mir vor, wie eine typische Pippi-Tüte im Naschhaus aussehen würde. Wahrscheinlich würde sie sich nicht lange aufhalten. Etwas unglaublich Saures müsste rein, dazu ein paar der verrücktesten Sorten, vielleicht salziges Lakritz und ein bisschen von allem, was sonst keiner nimmt. Sie würde behaupten, dass Süßigkeiten besser schmecken, wenn man sie kopfüber isst. Herr Nilsson dürfte nebenbei zugreifen, wenn er schnell genug ist.

Ob sie heute wirklich 18 Kilo schafft, bleibt offen. Aber dass sie teilt, daran habe ich keinen Zweifel. Dass sie ihre Süßigkeiten mit den anderen Kindern teilt, passt jedenfalls wunderbar zu ihr. Solche kleinen Momente sehe ich auch heute im Naschhaus, wenn Kinder sich gegenseitig etwas aus ihren Tüten reichen und unbedingt probieren müssen, was der andere entdeckt hat.

Von der Kindheitserinnerung zum echten Ort

Es gibt Tage, da stehe ich zwischen den Regalen, höre das Klackern der Schaufeln in den Bonbonboxen und sehe unsere alte Pippi-Figur in der Ecke stehen. Dann fällt mir auf, wie selbstverständlich diese Geschichten inzwischen zu meinem Alltag gehören. Was früher Kindheit war, ist heute Teil meines Berufs geworden.

Das hätte ich als Kind nicht geglaubt. Ein bisschen Villa Kunterbunt im Berliner Alltag. Und Herr Nilsson? Der sitzt zwar nicht bei uns im Laden, aber manchmal reicht schon ein kurzer Blick auf die Pippi-Figur, damit man wieder weiß, wie sich die Welt mit acht Jahren angefühlt hat.

Über Andreas

Andreas steckt hinter dem Naschhaus - und hinter jedem Produkt im Sortiment. Seit über 9 Jahren stellt er die Auswahl selbst zusammen, reist regelmäßig nach Schweden und entdeckt dort neue Highlights, Klassiker und Besonderheiten, die man in deutschen Onlineshops nur selten findet. In dieser Zeit hat er sich intensiv mit schwedischen Süßigkeiten beschäftigt, mit ihren Unterschieden, ihrer Qualität und den Fragen, die Kundinnen und Kunden ihm täglich im Laden in Berlin-Friedrichshain stellen. Schwedische Süßigkeiten sind für ihn kein gewöhnliches Sortiment, sondern echte Leidenschaft.

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