Wer schon einmal in Schweden vor einer langen Wand mit bunten Süßigkeitenboxen stand, kennt dieses Gefühl sofort wieder: Tüte auf, Schaufel in die Hand und die eigene Mischung zusammenstellen. Mal süß, mal salzig, mal sauer, mal komplett drüber. Genau das ist Lösgodis, also lose Süßigkeiten nach dem Pick-and-Mix-Prinzip. Und genau deshalb sind schwedische Süßigkeiten viel mehr als nur ein schneller Griff ins Regal.
In Schweden gehören Süßigkeiten ganz selbstverständlich zum Alltag, zur Fika, zum Wochenende und oft auch zu ganz bestimmten Erinnerungen. Manche denken sofort an Marabou, andere an salziges Lakritz oder an die erste selbst gemischte Tüte aus dem Urlaub. Genau dieses Gefühl holt das Naschhaus nach Berlin.
Warum schwedische Süßigkeiten anders schmecken
Schwedische Süßigkeiten sind selten einfach nur süß. Genau das macht sie so spannend. Viele Sorten leben von Kontrasten: süß und salzig, weich und kaubar, fruchtig und herb, cremig und leicht malzig. Statt immer nur auf maximale Süße zu setzen, geht es oft stärker um Mischung, Textur und Wiedererkennungswert.
Das merkt man besonders bei Klassikern, die in Schweden seit Jahrzehnten fest dazugehören. Manche schmecken sofort vertraut, andere erst einmal überraschend. Gerade Lakritz ist so ein Fall. Wer bisher nur die üblichen deutschen Varianten kennt, erlebt bei schwedischem Lakritz oft einen kleinen Kulturschock und versteht danach ziemlich schnell, warum dieses Thema in Skandinavien fast schon eine eigene Welt ist.
Marabou: die schwedische Kult-Schokolade seit 1916
Wenn es um schwedische Schokolade geht, fällt fast immer zuerst ein Name: Marabou. Die Marke gehört seit 1916 fest zu Schweden und ist für viele so selbstverständlich wie Kaffee zur Fika. Das Besondere ist nicht nur der Kultstatus, sondern auch das typische Mundgefühl: weich, cremig, vollmundig und mit genau dieser runden Süße, die man sofort wiedererkennt.
Gerade die klassische Mjölk Choklad ist für viele der Einstieg. Nicht, weil sie besonders laut daherkommen muss, sondern weil sie genau das liefert, was gute Vollmilchschokolade liefern soll: Schmelz, Balance und einen Geschmack, der hängen bleibt. Dazu kommen Varianten mit Keks, Salz, Karamell, Nuss oder anderen Kombinationen, die man in Deutschland deutlich seltener findet.
Im Laden merkt man schnell, dass Marabou-Schokolade für viele kein reiner Spontankauf ist. Manche greifen sofort zu ihrer Lieblingssorte. Andere stehen erst einmal vor dem Regal und prüfen sehr genau, welche Tafel diesmal mit nach Hause darf. Das ist kein beiläufiges Naschen mehr. Das ist fast schon eine kleine Disziplin.
Lakritz ist in Schweden keine Mutprobe, sondern Tradition
Wer bei Lakritz nur an harte schwarze Schnecken aus der Kindheit denkt, unterschätzt das Thema ziemlich. In Schweden ist Lakritz nicht bloß eine Sorte unter vielen, sondern ein fester Bestandteil der Süßigkeitenkultur. Es gibt süßes Lakritz, salziges Lakritz, kräftiges Salmiak-Lakritz, weiche Varianten, harte Stücke und moderne Kombinationen mit Schokolade, Frucht oder Kaffee.
Genau deshalb spaltet Lakritz auch so wunderbar. Die einen lieben es sofort. Die anderen brauchen zwei oder drei Anläufe und merken dann plötzlich, dass sie gezielt danach suchen. Im Laden sieht man das ständig: erst skeptisch schauen, dann vorsichtig probieren und kurz darauf landet genau diese Mischung wieder an der Kasse.
Besonders spannend ist, dass Lakritz in Skandinavien längst nicht mehr nur klassisch daherkommt. Neben traditionellen Sorten gibt es heute auch sehr feine Interpretationen, bei denen Lakritz mit Schokolade, Salz, Himbeere oder Fruchtpulvern kombiniert wird. Das wirkt oft erwachsener, runder und deutlich spannender als das, was viele zuerst im Kopf haben.
Lördagsgodis: warum Süßigkeiten in Schweden oft mit Samstag verbunden sind
Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist Lördagsgodis, also die Tradition, Süßigkeiten vor allem am Samstag zu essen. In Schweden ist das bis heute fest im Alltag verankert. Kinder freuen sich auf ihren Süßigkeitentag, Erwachsene übrigens oft genauso.
Die Geschichte dahinter ist nicht nur gemütlich, sondern auch ernst. Im 20. Jahrhundert wurde in Schweden intensiv über Zucker, Zahngesundheit und Konsum diskutiert. Daraus entstand später die Empfehlung, Süßes eher gebündelt und nicht ständig nebenbei zu essen. Mit der Zeit wurde daraus ein kulturelles Ritual, das bis heute geblieben ist.
Heute ist Lördagsgodis vor allem eines: ein Stück schwedischer Alltagskultur. Vielleicht erklärt genau das, warum Süßigkeiten dort nicht bloß Snacks sind, sondern oft mit Gewohnheit, Stimmung und einem kleinen Gefühl von Zuhause verbunden werden.
Lösgodis: lose Süßigkeiten mit Kultstatus
Der eigentliche Zauber liegt für viele aber im Lösgodis. Also darin, sich die Mischung selbst zusammenzustellen. Nicht fertig sortiert, nicht vorgegeben, sondern genau so, wie man es selbst mag. Zwei saure Schädel, ein paar Schaumzuckerstücke, etwas Lakritz, dann doch noch ein Fruchtgummi mehr, obwohl die Tüte eigentlich schon voll ist.
Genau dieses Prinzip macht den Reiz aus. Niemand mischt wie der andere. Manche gehen komplett nach Farbe. Andere bauen ihre Tüte nach Textur. Wieder andere haben eine fast militärische Strategie und wissen schon vorher ziemlich genau, wie viel von welcher Sorte hineindarf.
Im Naschhaus in Berlin-Friedrichshain sieht man das regelmäßig. Die echten Kenner erkennt man oft daran, dass sie mit fast chirurgischer Präzision darauf achten, dass saure Fruchtgummis und Schokoladendragees in der Tüte bloß nicht aneinandergeraten. Klingt leicht übertrieben. Ist es vielleicht auch. Aber genau so sieht echte Lösgodis-Liebe aus.
Wenn du direkt stöbern willst, findest du hier unsere Auswahl an losen Süßigkeiten sowie viele typisch schwedische Süßigkeiten, die man sonst nicht überall bekommt.
Schwedische Süßigkeiten in Berlin kaufen
Für ein bisschen Schweden muss man nicht jedes Mal nach Stockholm fahren. In der Wühlischstraße 25 in Berlin-Friedrichshain wartet im Naschhaus eine große Auswahl an schwedischen und skandinavischen Süßigkeiten. Darunter viele lose Sorten zum Selbstmischen, bekannte Klassiker und genau die Produkte, die man aus dem Urlaub vermisst, sobald man wieder zu Hause ist.
Wer lieber online bestellt, bekommt sein Lösgodis frisch am Versandtag abgefüllt. Die losen Süßigkeiten werden in 100-Gramm-Portionen verpackt und sorgfältig vorbereitet, damit die Mischung auch zu Hause noch genau dieses Gefühl hat, das man aus Schweden kennt: Tüte auf, kurz schauen, kurz freuen, direkt probieren.
Mehr als nur Zucker: warum schwedische Süßigkeiten so beliebt sind
Schwedische Süßigkeiten sind so beliebt, weil sie mehr mitbringen als bloße Süße. Sie verbinden Geschmack mit Erinnerung, Auswahl mit Ritual und Klassiker mit kleinen Überraschungen. Mal ist es die cremige Schokolade, mal das salzige Lakritz, mal einfach nur die ganz persönliche Mischung aus dem Lösgodis-Regal.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran: Dass man sich mit jeder Tüte ein kleines Stück Schweden zusammenstellt. Ganz ohne Fähre. Ganz ohne Ferienhaus. Aber mit ziemlich viel hej, Fika und genau der richtigen Portion Lagom.
Wenn du tiefer eintauchen willst, schau dir auch unsere Beiträge zu Warum schwedische Süßigkeiten?, Marabou-Schokolade und typisch schwedischen Süßigkeiten an.



Lakritz ist in Schweden keine Mutprobe, sondern Tradition