Dänische Süßigkeiten: Klassiker, Lakritz & Hygge erleben
Dänische Süßigkeiten: Hygge zum Naschen
Dänische Süßwaren sind so eine Sache. Für viele hier in Berlin-Friedrichshain klingt „Hygge" nach Einrichtungsstil oder Café-Deko. Wer aber mal in Kopenhagen oder Aarhus durch einen Supermarkt geschlendert ist, merkt schnell: In Dänemark heißt Gemütlichkeit oft auch Süßigkeiten. Nicht als Kinderspaß, sondern als Teil von Gemeinschaft, Alltag und ziemlich vielen Familiengeschichten.
Was macht dänische Süßigkeiten besonders?
Im Laden bekomme ich die Frage regelmäßig: Gibt es eigentlich wirklich einen Unterschied zwischen dänischen und schwedischen Süßigkeiten? Die kurze Antwort: Ja, aber es ist komplizierter. Dänemark hat seine eigenen Klassiker, aber vieles überschneidet sich, gerade beim Lakritz. Ein paar dänische Eigenheiten stechen trotzdem raus.
Da wären zum Beispiel die Super Piratos. Wer sie einmal probiert hat, weiß, dass dänisches Lakritz selten halbe Sachen macht. Salmiak, eine Portion Schärfe, danach bleibt ein salziger Film auf der Zunge. Die Tüte liegt im Laden meist neben anderen Lakritzsorten, aber die Fans erkennen sie auf einen Blick. Die Nachfrage ist konstant, vor allem von denen, die mit dänischen Eltern oder Großeltern aufgewachsen sind. Für manche Geschmackssache, für andere ein direkter Rückwurf in frühere Zeiten.
Lakritz: Das dänische Nationalgut
Lakritz ist in Dänemark ein eigenes Thema. Während in Schweden oft die fruchtigen Varianten beliebt sind, setzt Dänemark seit Jahrzehnten auf Salmiak und kräftige Noten. Toms ist ein Name, der in jedem dänischen Süßigkeitenregal auftaucht. Die „Toms Skildpadde" ist eigentlich eine Schildkröte aus Schokolade mit Rum-Karamell-Füllung und in ganz Dänemark bekannt. Dazu sind die Toms Lakritz-Varianten im ganzen Land verbreitet. Wenn Dänen anfangen, über Lakritzmarken zu diskutieren, hat jeder seine Favoriten. Jeder schwört auf die Sorte, mit der er aufgewachsen ist.
Einmal pro Woche stehen hier Leute am Tresen und fragen nach „dem wirklich salzigen Lakritz". Viele meinen dann Svenskjävlar, das zwar schwedisch ist, aber im Geschmack so kompromisslos, dass es auch in Dänemark Fans hätte. Wer sich an den dänischen Superpiratos oder Ga-Jol gewöhnt hat, dem kommt deutsches Lakritz oft zu zahm vor. Lakritz und Skandinavien, das ist Sorte, das ist fast schon Identität.
Wer auf der Suche nach wirklich salzigen Kalibern ist, sollte sich mal das Haupt Lakrits Svenskjävlar Dreierpack – Extrem salzige Lakritz – BIGPACK (750g) ansehen. Auch wenn es eigentlich aus Schweden kommt, geschmacklich ist das der Stoff, der auch in Kopenhagen für Diskussionen sorgt.
Schokolade, Klassiker und dänische Originale
Toms Skildpadde hat seinen Weg längst über die Grenze geschafft. Die gibt es im Flughafenshop genauso wie im Tante-Emma-Laden in Jütland. Die Mischung aus Schokolade, Karamell und Rum-Aroma trifft in Dänemark genau den Nerv zwischen Tradition und Leckerei. Im Naschhaus tauchen solche Klassiker immer mal wieder auf, meist vergriffen, wenn ein Däne im Kiez Geburtstag feiert oder jemand Heimweh nach dem letzten Sommer in Skagen hat. Wer die Skildpadde auf den Tresen legt, hat die erste Stufe der dänischen Gelassenheit erreicht.
Nicht vergessen werden darf Ga-Jol. Kleine Lakritz-Pastillen, die in Dänemark so selbstverständlich sind wie Kaugummi. Im Auto, auf dem Fahrrad, im Büro, Ga-Jol ist immer dabei. Manchmal kommen Leute in den Laden, die ganz gezielt nach dieser einen Sorte fragen, weil sie den vertrauten Geschmack suchen. Die Pastillen sind trocken, intensiv, ein bisschen medizinisch, aber genau das macht sie aus.
Läkerol taucht in Dänemark ebenfalls oft auf, gehört aber auch fest zur schwedischen Süßwarentradition. Wer als Kind in Dänemark aufgewachsen ist, kennt die kleinen, eckigen Dosen. Inzwischen sind sie in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich, der Klassiker bleibt aber Lakritz. Mittlerweile wird die Marke von der Cloetta-Gruppe geführt. In Berlin sieht man die Dosen manchmal in Handtaschen oder Rucksäcken als Vorrat für unterwegs.
Dänische Chips, Snacks und salzige Seiten
Nicht alles, was in Dänemark als Süßigkeit gilt, ist zuckersüß. Die Dänen haben ein Faible für salzige Snacks, und zwar nicht erst seit gestern. Kims ist die bekannteste Marke, wenn es um Chips oder pikante Knabbereien geht. Besonders beliebt: die Rotweinessig-Chips und Dill & Citron. Wer mal in einem dänischen Wohnzimmer gesessen hat, kennt die Schalen mit verschiedenen Sorten, die zu Bier oder Limo gereicht werden. Im Naschhaus gibt es zwar keine Kims-Chips, aber wir haben unsere eigenen Favoriten aus der Region, die genau diesen salzigen Zahn treffen. Knusprige Snacks, salzig, manchmal mit Lakritz, typisch skandinavisch.
OLW Smash! Ist zwar eigentlich ein schwedischer Klassiker, aber der Mix aus salzigem Mais und Schokolade kommt bei dänischen Snackfans genauso gut an. Im Laden verschwinden die Dreierpacks oft schneller, als sie nachgefüllt werden können.
Hygge: Süßigkeiten als Teil der Gemeinschaft
Hygge ist ein großes Wort in Dänemark. Im Alltag bedeutet es aber meistens: Zusammensitzen, Kaffee, Kuchen, vielleicht ein Kartenspiel. Und immer dabei: eine Schale Süßigkeiten. Nicht unbedingt die edelsten Pralinen, sondern das, was im Supermarktregal in Reichweite liegt. In Dänemark ist das Sammeln und Teilen von Naschereien Teil jeder Familienfeier, von Julefrokost (Weihnachtsessen) bis zum ganz normalen Samstagabend.
Das merkt man auch, wenn dänische Gäste ins Naschhaus kommen. Viele suchen nach Sorten, die sie von früher kennen. Andere packen sich eine gemischte Tüte, weil sie mit Freunden teilen wollen, ganz ohne Anlass. Diese Art von Gemeinschaft ist in Skandinavien Alltag. Süßigkeiten sind oft der kleinste gemeinsame Nenner, der alle an einen Tisch bringt.
Dänemark, Schweden, Norwegen: wo hört das eine auf, wo fängt das andere an?
Im Süßigkeitenregal verschwimmen die Grenzen manchmal. Viele Produkte gibt es in ähnlicher Form in mehreren Ländern. Wer im Naschhaus durch das Schwedenregal stöbert, findet vieles, das auch in Dänemark ein Klassiker ist. Lakritz, Schaumzucker, Schokolade, die Grundzutaten sind ähnlich, aber die Nuancen machen den Unterschied. Dänische Süßigkeiten sind oft ein bisschen kräftiger, weniger verspielt als die schwedischen. Und manchmal einfach kompromisslos salzig.
Wer Lust hat, sich durch die Klassiker zu probieren, kann mit einer schwedischen Naschbox im Geschenkbeutel starten. Für dänische Gaumen ist da einiges dabei, was vertraut schmeckt, und ein paar Überraschungen, die vielleicht neu sind. Im Laden gibt es regelmäßig kleine Verkostungsrunden am Tresen, meistens endet es mit der Frage, welche Sorte an die eigene Kindheit erinnert.
Dänische Süßigkeiten im Alltag: und was bei uns im Laden auffällt
Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit: Die Art, wie Dänen ihre Süßigkeiten lagern, in der Blechdose, in der Küchenschublade, immer griffbereit. Oder die Tatsache, dass Lakritz in Dänemark kein Kindergeschmack ist, sondern für alle Generationen. Wer im Naschhaus am Samstagvormittag die dänischen Familien am Süßigkeitenregal beobachtet, versteht schnell: Hier wird nicht nur gekauft, hier wird ausgesucht, diskutiert, verglichen. Welche Sorte kommt in die Tüte? Wer bekommt das letzte Stück?
Die Geschichten, die dabei auftauchen, sind oft persönlicher als jede Produktbeschreibung. Zum Beispiel die Kundin, die seit Jahren in Berlin lebt und jedes Mal nach Ga-Jol fragt, weil sie genau diesen Geschmack wiederfinden möchte. Oder der Vater, der seinem Sohn erklärt, warum die salzigen Bonbons so wichtig sind, „damit du mal ein echter Däne wirst". Solche Momente zeigen, wie eng Süßigkeiten mit Identität verbunden sein können.
Was lohnt sich zu probieren?
Wer den Einstieg sucht, sollte nicht unbedingt mit der härtesten Lakritz-Variante anfangen. Lieber erst mal ein paar Klassiker: Skildpadde, Ga-Jol, vielleicht ein Mix aus salzigen und fruchtigen Sorten. Wer mutig ist, wagt sich an Super Piratos oder Svenskjävlar. Für die salzigen Snackfans empfiehlt sich ein Griff zu OLW Smash! Das ist zwar eine schwedische Marke, aber die Mischung aus süß und salzig trifft auch den dänischen Nerv.
Fürs Teilen lohnt sich die große Tüte oder eben eine Naschbox. Und wer eine Geschenkidee braucht, ob für Dänen oder Schweden, kann sich durch das Sortiment klicken oder direkt im Laden beraten lassen.
Ein Stück Dänemark im Kiez
Im Naschhaus ist das dänische Regal nie ganz voll, aber immer in Bewegung. Was heute da ist, kann nächste Woche schon wieder ausverkauft sein. Zwischen Lakritz, Schokolade und salzigen Snacks landet am Ende oft Süßigkeit in der Tüte, nämlich ein kleines Stück Erinnerung an den Norden.


