Schweden 2026: Was kosten Urlaub, Essen und Süßigkeiten wirklich?
Wer zum ersten Mal nach Schweden fährt, packt oft den Kofferraum voll: Kaffee, Nudeln, Konserven – alles, was möglichst lange hält. So war das jedenfalls vor zwanzig Jahren, als ich das erste Mal mit dem Wohnmobil hochgefahren bin. Damals hieß es überall: „Nimm alles mit, Schweden ist unfassbar teuer." Heute sieht das anders aus. Ehrlich gesagt, frage ich mich manchmal, wie dieses Vorurteil so hartnäckig überlebt.
Supermarktpreise: ICA, Willys & Co. Im Jahr 2026
Mein erster Gang nach der Fähre geht immer direkt zum ICA. Es gibt kaum einen schnelleren Weg ins Schweden-Feeling als ein Einkauf im Supermarkt. Die Regale sind voll, die Auswahl groß, und spätestens im Süßigkeiten-Gang weißt du, dass du nicht mehr in Deutschland bist. Preislich? Viele Produkte liegen mittlerweile auf deutschem Niveau. Klar, du zahlst für importierte Erdbeeren im März mehr – aber das tust du in Berlin-Friedrichshain auch.
Was viele überrascht: Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind oft größer als die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland. In Malmö oder Göteborg konkurrieren ICA, Willys und Lidl um die Kundschaft. Fährt man weiter nach Norden, steht manchmal nur noch ein einzelner Laden im Umkreis vieler Kilometer.
Wer seinen Wocheneinkauf im ICA oder Willys macht, landet meist ungefähr bei folgenden Preisen:
- Milch (1 Liter): 1,30 bis 1,80 Euro
- Brot: 2 bis 5 Euro
- Butter: 3 bis 5 Euro
- Käse (1 kg): 8 bis 15 Euro
- Eier (10 Stück): 2,50 bis 4 Euro
- Hackfleisch (500 g): 4 bis 7 Euro
Obst und Gemüse schwanken stärker. Wer im Winter unbedingt Paprika braucht, zahlt drauf. Regionale Produkte sind günstiger.
Süßigkeiten: Lördagsgodis, Lakritz & mehr
Was in deutschen Supermärkten ein überschaubares Regal ist, ist in Schweden eine ganze Wand: Lösgodis, also lose Süßigkeiten zum Selbstmischen, sind hier kein Kinderkram, sondern Kultur. Samstags kaufen alle ihre Naschtüte – Lördagsgodis ist Tradition, kein Trend. Wer mehr dazu wissen will, findet hier den Hintergrund zum Hype um Lördagsgodis.
Die Preise bewegen sich meist zwischen 8 und 15 Euro pro Kilo – je nachdem, wie wild du mischst. Schokoladentafeln von Marabou gibt es für 2 bis 4 Euro. Neben den Klassikern tauchen immer wieder Spezialsorten im Regal auf, Crunchy Biscoff war zuletzt besonders gefragt. Marabou Crunchy Biscoff gibt's übrigens auch bei uns im Laden. Noch ein Tipp für Neugierige: Ahlgrens bilar in immer neuen Varianten, zum Beispiel als Sodakombi mit Trocadero-Geschmack. Das findet man so schnell nicht im deutschen Regal.
Viele Urlauber entdecken in Schweden ihre Lieblingssorten und suchen sie danach zu Hause – so ging's uns mit BUBS, Marabou und Lakritz. Die Auswahl vor Ort ist schlicht größer.
Restaurantbesuch und Fika: Was kostet das Essen gehen?
Restaurantpreise sind das, was viele nach wie vor abschreckt. In Stockholm oder Göteborg zahlst du für ein Abendessen (ohne Wein) locker 20 bis 40 Euro pro Person. Mittagstische sind deutlich günstiger – viele Lokale bieten für 10 bis 18 Euro ein komplettes Menü, oft inklusive Kaffee. Burger oder Pizza kosten meist 12 bis 20 Euro.
Fika ist keine Kaffeepause, Fika ist ein Termin. In Schweden unterbricht man nicht einfach kurz die Arbeit, um einen Kaffee zu schlürfen. Es ist eher ein kleines Ritual, auf das sich alle einigen. Kanelbulle, Kaffee, ein kurzes Durchatmen – aber niemand hetzt. Wer das einmal erlebt hat, versteht, warum Fika mehr ist als ein Snack zwischendurch. Und ja, Kaffee und Gebäck kosten oft 5 bis 10 Euro. Dafür bekommst du auch meistens richtig guten Kaffee – und die berühmte Kanelbulle. Wer sparen will, setzt auf Mittagsangebote und gönnt sich das Restaurant als Ausnahme.
Ferienhaus, Benzin und Fähre: Die großen Brocken
Das Ferienhaus ist für viele das Herz des Schweden-Urlaubs. Die Preise hängen stark von Lage und Saison ab: Ein einfaches Haus bekommst du ab 400 Euro pro Woche, die Häuser am See starten meist bei 700 Euro. Wer es luxuriös mag oder direkt an der Schärenküste sucht, landet schnell bei 1.800 Euro aufwärts.
Benzinpreise schwanken, bewegen sich aber meist auf deutschem Niveau – manchmal leicht darüber. Im Norden wird's dünner mit Tankstellen, da plant man die Strecken besser.
Fähren sind ein Thema für sich: Rostock–Trelleborg, Travemünde–Malmö oder Kiel–Göteborg, je nach Strecke und Saison unterschiedlich. Frühbucher sparen, im Sommer zieht der Preis schnell an.
Chips, Getränke und das Extra
Wer glaubt, Chips seien überall gleich, war noch nie in einem schwedischen Supermarkt. Schon im Regal wird klar: Hier zählt Vielfalt, nicht nur Menge. Marken wie OLW und Estrella bringen jedes Jahr neue Sorten ins Spiel – Dillchips, Grill, Vickningschips, sogar Chips mit Limettengeschmack. Die Tüte kostet meist 2 bis 4 Euro, je nach Größe und Angebot.
Was mir immer wieder auffällt: Viele Schweden kaufen nicht nur Chips, sondern gleich den passenden Dipmix dazu. Für viele gehört beides zusammen. Ohne Dip schmeckt der Chipsabend irgendwie nicht komplett.
Kaffee, wie gesagt, ist wichtiger als Bier. 500 Gramm kosten 4 bis 8 Euro.
Softdrinks (1,5 Liter) bewegen sich um 2 bis 3 Euro, Wasser gibt's ab 1 Euro. Wer Leitungswasser trinkt, spart sich das Schleppen – und das Wasser ist fast überall sehr gut.
Warum Schweden trotzdem nicht billig ist – aber auch nicht unerschwinglich
Schweden ist kein Billigland. Aber es ist auch nicht mehr das Schreckgespenst für Sparfüchse, als das es oft dargestellt wird. Wer geschickt einkauft, früh bucht und beim Essen flexibel bleibt, kommt häufig günstiger weg als erwartet. Ein Abend auf der Veranda, eine Tüte Lösgodis und die Ruhe am See – das gibt's eh nirgendwo zum Discounterpreis.

Viele kommen aus Schweden zurück und vermissen zuerst die Kleinigkeiten. Die Marabou aus dem Supermarkt. Die Lakritzsorten, die man spontan mitgenommen hat. Oder die Tüte Lösgodis, die eigentlich nur für die Fähre gedacht war und schon nach zwei Stunden leer war. Genau solche Geschichten hören wir im Naschhaus ständig. Schweden bleibt nicht wegen großer Abenteuer im Kopf, sondern wegen der kleinen Sachen, die plötzlich fehlen.


