Lakritz & Gesundheit · Fakten statt Mythen

Ist Lakritz gesund –

was du wirklich wissen musst

Keine Schönfärberei, keine Panik. Was wirklich in Lakritz steckt, wann es hilft und wann Vorsicht geboten ist.

50×süßer als Zucker
3.000+Jahre als Heilmittel
max. 50gtäglich für Erwachsene
72hGlycyrrhizin im Körper

Was steckt wirklich drin?

Mehr als nur eine Süßigkeit

Lakritz ist die Süßigkeit, bei der die Fragen nie aufhören. Nicht: „Magst du das?” – das ist schnell klar. Sondern: „Aber ist das nicht irgendwie ungesund?” Diese Frage hören wir im Naschhaus regelmäßig. Und sie verdient eine ehrliche Antwort.

Die kurze Version: Es kommt auf die Menge an. Und auf wen du bist.

Der Wirkstoff: Glycyrrhizin
Gewonnen aus der Wurzel von Glycyrrhiza glabra – dem Süßholzstrauch. Rund 50-mal süßer als Haushaltszucker und seit über 3.000 Jahren medizinisch genutzt, vom alten Ägypten bis in heutige Hustensäfte.

Richtiges Lakritz besteht im Kern aus dem Extrakt der Süßholzwurzel. Darin steckt Glycyrrhizin – ein natürlicher Stoff, der geschmacklich rund 50-mal süßer ist als Haushaltszucker. Glycyrrhizin ist auch der Grund, warum Lakritz seit Jahrhunderten in der Medizin verwendet wird: Es wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und schützt die Magenschleimhaut. Hustensäfte für Kinder nutzen es seit Jahrzehnten.

Gleichzeitig ist Glycyrrhizin der Stoff, um den sich fast alle Gesundheitswarnungen drehen. Dazu kommen Flavonoide – Antioxidantien, die Zellen vor freien Radikalen schützen – und Saponine mit antimikrobiellen Eigenschaften.

Was das konkret bedeutet, hängt von zwei Dingen ab: Wie viel du isst. Und wer du bist.

Die positiven Seiten

Was Lakritz tatsächlich leisten kann

Glycyrrhizin hat nachgewiesene entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung – deshalb steckt Süßholzextrakt in Hustensäften, Magenmedikamenten und Tees.

  • Entzündungshemmend – Magen- und Darmbeschwerden
  • Schleimlösend – bei Bronchitis und Erkältungen
  • Schützend auf die Magenschleimhaut
  • Antiviral und antimikrobiell
  • Unterstützt die Leber

Das macht Lakritz aber nicht zum Heilmittel. Es bleibt eine Süßigkeit, die in Maßen einfach gut schmeckt – und das reicht völlig.

Die Sache mit dem Blutdruck

Wann wirklich Vorsicht geboten ist

Glycyrrhizin hemmt ein Enzym, das Cortisol abbaut. Ergebnis: Der Körper lagert mehr Natrium ein und verliert Kalium – steigender Blutdruck, mögliche Wassereinlagerungen, in schlimmeren Fällen Herzrhythmusstörungen. Das BfR empfiehlt täglich maximal 100 mg Glycyrrhizin. Wer gelegentlich nascht, braucht sich keine Gedanken zu machen. Wer täglich große Mengen isst, sollte es im Blick behalten.

Besondere Vorsicht bei:

  • Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen
  • Nierenprobleme
  • Schwangerschaft – besser ganz verzichten
  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme

Salmiak – was steckt dahinter?

Salmiak und Lakritz: zwei verschiedene Dinge

Viele verbinden Lakritz automatisch mit Salmiak – dabei sind das zwei verschiedene Dinge, die in vielen nordischen Produkten kombiniert werden. Salmiak ist Ammoniumchlorid: ein Salz, das dem Lakritz seinen intensiv salzigen, leicht stechenden Charakter gibt.

Es macht das Lakritz nicht automatisch bedenklicher. Gesundheitsrisiken bestehen laut BfR ab mehr als 20g Salmiak pro Kilogramm Produkt.

Wer zum ersten Mal Djungelvrål oder Tyrkisk Peber probiert, merkt schnell: Diese Intensität schützt von selbst vor übermäßigem Konsum. Salmiak ist polarisierend, nicht harmlos-süß – und genau das macht es so interessant.

Kinderlakritz, Erwachsenenlakritz – der Unterschied

In Deutschland gibt es klare Kennzeichnungsregeln. Viele nordische Sorten – gerade Salmiak-Produkte und starke Lakritzriegel – fallen in die Erwachsenenkategorie. Das ist kein Marketingtrick, sondern ein echter Hinweis auf den Glycyrrhizingehalt.

Für Kinder, die eine Tüte Ahlgrens Bilar naschen, ist das kein Thema. Für jemanden, der täglich Djungelvrål löffelweise snackt, schon eher. Fehlt ein Warnhinweis auf der Packung, liegt der Glycyrrhizingehalt unter 0,2g pro 100g.

0,2g
Glycyrrhizin/100g – Obergrenze für Kinderlakritz
0,4g+
Glycyrrhizin/100g – Pflicht zur Kennzeichnung als Starklakritz
max. 50g
täglich – Empfehlung für Erwachsenenlakritz
max. 25g
täglich – Empfehlung für Starklakritz
100g
pro Woche – Obergrenze für Schwangere (besser: ganz verzichten)
72h
bleibt Glycyrrhizin im Körper nachweisbar

Schweden und Lakritz

Wie viel naschen die Schweden eigentlich?

Schweden liegt in Europa auf Platz zwei beim Lakritzkonsum – rund zwei Kilogramm pro Kopf und Jahr, übertroffen nur von den Niederländern. Das ist viel. Und trotzdem gilt Schweden als eines der gesündesten Länder der Welt.

Wie passt das zusammen? Wahrscheinlich so: Kontext zählt. Schwedische Naschkultur ist auf Genuss ausgerichtet, nicht auf Exzess – das Konzept des Lördagsgodis (Süßigkeiten nur am Samstag) zieht sich bis heute durch viele Haushalte. Lakritz wird bewusst genossen, nicht nebenbei weggefuttert.

Die schwedische Lakritzvielfalt ist dafür enorm: mild-süß bis extrem-salzig, mit Schokolade, Chili, Fichtenspitzen oder Fruchtaromen. In Stockholm gibt es ein eigenes Lakritzfestival. Salzlakritz taucht in Schweden sogar in Eis, Schokolade und Zahnpasta auf. In Skandinavien ist Lakritz keine Randsüßigkeit, sondern Kulturgut.

Im Naschhaus merkt man das: Wer einmal wirklich verschiedene nordische Lakritzsorten probiert hat – ein weiches Stück von Haupt Lakrits, ein Bülow-Bonbon mit Passionsfrucht-Hülle – kauft selten nur eine Sorte. Die Vielfalt zieht.

2 kg
Lakritz pro Kopf und Jahr in Schweden – Platz 2 in Europa

#1
Schweden beim weltweiten Pro-Kopf-Konsum von Süßigkeiten insgesamt

1 ×
pro Woche – Lördagsgodis: die schwedische Tradition der Samstagssüßigkeiten

Worauf du beim Kauf achten kannst

Gut einkaufen: zwei Empfehlungen für den Einstieg

Wenn du nicht sicher bist, wie viel Glycyrrhizin in einem Produkt steckt: Schau auf die Kennzeichnung. Fehlt ein Warnhinweis, liegt der Gehalt unter 0,2g pro 100g. Ist das Produkt als Erwachsenenlakritz oder Starklakritz ausgewiesen, enthält es mehr – und wird in der Regel auch bewusst in kleineren Portionen genossen.

Schwedisches Premium-Lakritz

Haupt Lakrits

Gegründet 2014 in Kista nördlich von Stockholm. Enthält 9% rohes Lakritzpulver aus Kalabrien – man schmeckt das. Intensiv, ehrlich, für Erwachsene, die wissen wollen, was nordisches Lakritz wirklich ist. Für Lakritzeinsteiger ein guter Startpunkt: Man versteht sofort, warum die Skandinavier so begeistert sind.

Dänisches Gourmet-Lakritz

Lakrids by Bülow

Gegründet 2007 von Johan Bülow auf Bornholm. Zuerst die Hülle aus Lakritz- oder Passionsfruchtpulver, dann Schokolade, dann der Lakritzkern. Glutenfrei, ohne künstliche Zusätze. Wer bisher dachte, Lakritz sei nichts für ihn – hier lohnt eine zweite Meinung.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Vorerkrankungen empfehlen wir, einen Arzt zu konsultieren.

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